Australien ist ein Kontinent mit über 7,6 Millionen Quadratkilometern. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in diesem Land kein einheitliches Klima herrscht, sondern viele Klimazonen zu finden sind. Anzumerken ist, dass nach der Antarktis Australien der zweittrockenste Kontinent der Erde ist und die wenigen Niederschläge dazu auch noch nach Jahreszeiten und Region höchst ungleichmäßig niedergehen.

Insgesamt werden sechs verschiedene Klimabereiche unterschieden:


Von äquatorialem, tropischem, subtropischem Klima bis hin zu Wüsten- und Graslandklima und einer gemäßigten Zone. Eine Unterteilung der verschiedenen Bereiche ist mit einer geografischen Einordnung von Nord nach Süd sinnvoll.

Der äußerste Nordosten Australiens.

Der Norden der Halbinsel Kapyork im Nordosten des Bundesstaats Queensland ist durch ein äquatoriales Klima gekennzeichnet. Die Regenzeit reicht von November bis in den April und die Trockenzeit erstreckt sich von Mai bis Oktober. Der Niederschlag in dieser Region ist recht hoch mit 2000 mm als Jahresmenge.

Der Norden Australiens

Vom Norden Western Australiens zieht sich der nächste klimatische Raum bis hin an die Ostküste des Kontinents. Hier kommt es auf Grund eines Hitzetiefes zu massiven Regenfällen und einem Nordwestmonsun im Sommerhalbjahr vom November bis April. Insgesamt kann der Januar als regenreichster Monat gewertet werden, da hier im Durchschnitt etwa 400 mm Niederschlag zu messen sind. So kann es in der nördlich gelegenen Timorsee zu Zyklonen kommen, zu Wirbelstürmen, die hier auch Willy-Willies genannt werden. Dies wird durch die recht hohen Temperaturen unterstützt, da das Thermometer selten unter die 25 Gradmarke fällt, auch nachts.
Im Winterhalbjahr hingegen ist es in dieser Region trocken, es regnet in den Monaten Mai bis Oktober kaum, da sich meist ein Hochdruckgebiet im Norden aufbaut, welches die Temperaturen um die 25 Grad schwanken lässt. Das Wasser ist in diesen Breiten dauerhaft angenehm warm bis tropisch, 25 bis 30 Grad sind keine Seltenheit.

Die Übergangszonen Australiens

Wie ein Gürtel legen sich die Gebiete mit mäßigem, teils aridem Klima um die wüstenähnlichen Regionen im Inneren Australiens. Gekennzeichnet sind diese semiariden Regionen von einer geringen Zahl an Niederschlagstagen im Jahr, so regnet es im Durchschnitt keine 40 Tage im Jahr. Die Temperaturen sind meist im Sommer deutlich über 33 Grad und im Winter differieren sie je nach Region zwischen 25 und 15 Grad im Durchschnitt. Zum Beispiel sind die Temperaturen in Broken Hill Winter wie Sommer nicht so hoch, es kann aber hier zu Sandstürmen kommen. Etwas nördlicher, jedoch immer noch semiarid gelegen ist Cunnamulla. Hier sind die Temperaturen im Sommer recht hoch, über 35 Grad, im Winter liegen sie um die 18 Grad.

Die subtropischen Gebiete im Westen und Osten Australiens

Im äußersten Westen Australiens um die Metropole Perth, sowie die Gebiete der Ostküste zwischen Townsville und Brisbane zeigt sich das Klima subtropisch. An der Westküste ist das Klima mild und die Sonne verwöhnt die Bewohner mit zehn bis vierzehn Sonnenstunden täglich. Die Sommer sind heiß, bis zu 46 Grad sind möglich und trocken. Auch die Küstennähe beeinflusst das Klima, denn ab den späten Nachmittag frischt der Wind vom Meer her auf und kühlt die Küste. Diesem Phänomen wurde der Name “Fremantle Doctor” gegeben. Im Winter erreichen die Temperaturen oft angenehme 17 Grad, in Ausnahmefällen kann es aber auch bis auf den Gefrierpunkt abkühlen. An der Ostküste hingegen gibt es meist Brisbane warme und schwüle Sommer. Von November bis April ist mit einer hohen Luftfeuchte zu rechnen. Anders ist der Winter, hier ist es mild und trocken. Mit Gewitter und Hagel ist das ganze Jahr zu rechnen.

Die Wüstengebiete im Herzen Australiens

Im Inneren des Kontinents, in allen Bundesstaaten Australiens gelegen, ist die Landschaft wüstengleich. Die größten desertifizierten Flächen sind im Staat Western Australia zu finden. Insgesamt werden fast 20 Prozent der Staatsfläche Down Unders von zehn Wüsten bedeckt. Mit weniger als 250 mm Niederschlag im Jahr sind diese Gebiete semiarid bis ganzjährig arid. Oft kommen die fallenden Niederschläge gar nicht am Boden an, da die aufgeheizte Erde so viel Wärme abstrahlt, dass die Tropfen noch in der Luft verdampfen. Die Sommertemperaturen sind konstant über 40 Grad Celsius und auch im Winter sind die Tageswerte hoch. Nachts hingegen kann es stark abkühlen, was kennzeichnend für Wüstengebiete ist. In Alice Springs herrscht ein Binnenlandklima, welches für eine Halbwüstenregion typisch ist. Die Sommer sind tagsüber oft extrem heiß, über 45 Grad Celsius und auch die Nächte warten mit Temperaturen über 25 Grad Celsius auf. Niederschläge sind ganzjährig selten, wenn es vereinzelt zu Niederschlägen kommt, fallen diese als extreme Gewitter auf und die ausgetrockneten Böden können das Wasser nicht speichern, so füllen sich die ausgetrockneten Flussbetten und das Wasser wird schnell wieder abtransportiert. Die Winter sind mild und trocken, nur sehr selten fallen in dieser Jahreszeit Niederschläge.

Die humiden Gebiete der südlichen Ostküste und der Südküste

Humide Gebiete, Regionen in denen ganzjährig ausreichend Niederschlag fällt, kommen in Australien lediglich im Süden und Südosten vor. Vom “Spencer Gulf” der Küste entlang bis Newcastle werden die Temperaturen weniger extrem, im Sommer wie im Winter. Die Ausläufer des südaustralischen Hochdruckgürtels reichen noch bis zur südlichen Ostküste und bescheren im Sommer Temperaturen, die mit dem Mittelmeerklima vergleichbar sind. Südaustralien liegt im Sommer im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt bis auf einige Hitzegewitter weitgehend niederschlagsfrei. Die Insel Tasmanien weißt ein Klima auf, welches mit Mitteleuropa vergleichbar ist und im Winter regelmäßig Schnee liefert. Gerade auf den Gipfeln im Inneren der Insel kann dieser auch den Sommer überdauern.

Das Klima in Down Under

Zuallererst sein nochmals darauf hingewiesen, dass Australien auf der Südhalbkugel liegt und somit die Jahreszeiten, falls die Klimaregion Jahreszeiten erkennen lässt, genau vertauscht wie auf der Nordhalbkugel. Der Frühling geht von September bis November, die Sommermonate sind Dezember, Januar und Februar, der Herbst ist im März, April und Mai. Die meist trockenen Winter sind in den Monaten Juni, Juli und August. Die Größe des Kontinents bringt einige interessante Klimaphänomene mit sich: so schneite es 2006 in den Bergen südwestlich der Metropole Sydney an Weihnachten -Sommer – so stark, dass die dort ganzjährig wütenden Waldbrände durch die Flocken größtenteils gelöscht wurden. Ungewöhnliche kalte und nasse Witterungsbedingungen bestanden auch in der Hauptstadt Canberra. Hier kletterten die Temperaturen kaum über zwei Grad Celsius. So fiel auch im Sommer bis zu fünf Zentimeter Schnee auf die Insel Tasmanien hernieder. Das Jahr zuvor hatten die staatlichen Wetterstationen Australiens noch das heißeste Jahr verkündet. Das Klima in Australien ist seit den späten 90er Jahren von einem leichten, aber steten Anstieg der Temperaturen gekennzeichnet.